Der August ist der Monat der Erfüllung und des Überflusses. Eine besondere Schwingung liegt oft in der Luft. So als würden die Energien des Himmels und der Erde miteinander tanzen. Vielfach scheinen sich diese Energien aber auch auf furchtbare zerstörerische Art zu entladen. Was wir gesät haben, ist daher noch nicht ganz im Trockenen. Für die alten Bauernkulturen war die Zeit im August bis zum Einbringen der Ernte existentiell. Hagel, Unwetter, Dürre, Feuer und Schädlinge konnten den Ernteausfall und damit Hunger und Not bedeuten.

Rituale und Jahresfeste des Dankes, des Nehmens und des Gebens gehörten daher fest zur Erntezeit dazu. So wurden die letzten Ähren des Getreides auf dem Feld für die Göttin stehengelassen. Es gibt keinen Anfang und kein Ende. Alles Neue entsteht auf dem Boden des Alten, ist Glied einer endlosen Kette.
Im Ursprung ist Lugnasad ein uraltes Fest, das auf die Erdgöttin zurückgeht (siehe unten). Lug war bei den Kelten der lichtvolle, scheinende Gott. Sein Pendant bei den Germanen ist Loki (der Luftige), Shiva  in Indien. Auch Kokopelli (Südwest-USA und Quetzalcoatl (Mexiko) sind trickreiche Götter. Sie sind Wohltäter, Possenreißer und Auflöser von Ordnung – so wie das Sommergewitter, dass kostbaren Regen, aber auch Zerstörung (Hagel) bringen kann.
Im Niederdeutschen heißt das Augustfest Lammas. Bekannt ist es auch als das Schnitterfest, weil die Getreidefelder geschnitten werden und das Korn eingebracht wird.
Im Jahreskreis liegt Lugnasad genau zwischen der Sommersonnenwende und der Herbst- Tag-und-Nacht-Gleiche. So wie auch Beltane am 1. Mai zwischen Frühlings- und Sommerbeginn sowie Imbolc (1. Februar) zwischen Wintersonnenwende- und Tag-und- Nacht-Gleiche und das Totenfest  Samhaim am 1. November zwischen Herbst und Winterbeginn liegt. Acht magische Punkte hat dieses Jahres-(medizin)-Rad.
Eine andere Bezeichnung für die heißen Tage um den 1. August sind die Hundstage. Sie werden seit dem Altertum mit dem Erscheinen des Sternbildes Großer Hund, mit dem gut sichtbaren Stern Sirius zum Morgengrauen in Verbindung gebracht. Für die Ägypter markierte das Erscheinen des Sirius die nahende Nilüberschwemmung – und damit den Beginn eines neuen Zyklus von Fruchtbarkeit.
Aufgrund der Pendelbewegung der Erde (Präzesion) hat sich der Aufgangszeitpunkt des „Hundes“ in den vergangenen 2000 Jahren jedoch um rund einen Monat nach hinten auf Ende August-Mitte September verschoben.

Die 8 steht für Gerechtigkeit

Numerologisch ist der August der 8, Monat des Jahres. Benannt wurde er nach dem ersten römischen Kaiser Augustus (der Erhabene), der vor seiner Krönung 31 v.u.Z. den Beinamen Octavian trug.
Geschrieben zeigt die 8 (2×4)  zwei übereinander liegende „o“, die auf der Seite liegende 8 ist das Zeichen der Unendlichkeit. Das Rad des Jahres trägt acht Speichen – sie stehen für die Jahreskreisfeste und der 1. August ist einer davon.
Das chinesische Orakel I-Ching besteht aus acht Trigrammen (siehe Skizze), die jeweils aus je drei Zeichen für Yin oder Yang bestehen. Sehr Yang (maskulin) ist das Zeichen für Himmel und sehr Yin (feminin) das für die Erde. Dies sind die Extrempunkte der Polarität, alle anderen Zeichen, wie unter anderem Feuer, Wind und Wasser ergeben sich aus dem Zusammenwirken von Himmel und Erde. Das Lichtfest am 1. August macht also auch aus dieser Sicht einen Sinn.
Die 8 ist die Zahl des Ausgleichs und damit auch des Ursache-Wirkungs-Prinzips. Jede Handlung hat eine Ursachse und jede Ursache zieht eine Wirkung nach sich. Folglich wird jede Handlung, körperlich wie geistig, auf lange Sicht wieder „gerichtet“ und in die ursprüngliche Balance gebracht.
Unter den 22 Grundarchetypen, wie sie sich im klassischen Tarot zeigen, stand die die Karte „Gerechtigkeit“  ursprünglich an der 8. Stelle. Sie ist auf Platz 11 gerutscht – eine Verschiebung, die historisch nicht begründet ist, sondern ästhetische Gründe haben soll. Heute steht „Die Kraft“ an 8. Stelle.


Übung: Gerechtigkeit fordert uns zur Selbstüberprüfung auf. Entscheidungen werden abgewogen. Wir sollten vorsichtig sein, voreilig andere zu beschuldigen, aber auch nicht glauben, dass alles allein unsere Schuld sei. Was ist innere, was ist äußere Gerechtigkeit? Halte die Waagschalen der Justicia dazu in der Hand. Überprüfe stets deine Motive. Dies kann in der Meditation oder auch als Schreibübung erfolgen.

Weizen: Mehr Körner und noch mehr Gluten

Gegen Alzheimer, Krebs und Co. haben wir ein gewaltiges Krankenversorgungssystem in Stellung gebracht.
Aus schamanischer Sicht lautet die Antwort jedoch: Gesundheitsvorsorge beginnt mit dem Essen. Die Nahrung unserer paläolythischen Vorfahren (Steinzeit) bestand aus überwiegend aus Proteinen und Fetten. Vor 10 000 bis 6000 Jahren setzte ein radikaler Wandel in der Ernährung hin zu Getreide ein. In die Zeit fallen wohl auch die ersten Religionen, Meister, Priester und Könige hatten sicher weiterhin Zugang zu proteinreicher Nahrung. Bauerm und Sklaven blieben Brot und Brei. Mein Lehrer Dr. Alberto Villoldo bringt es hier auf den Punkt, wenn er das Vaterunser abändert: „Vater unser; unser tägliches Fett und Protein gib uns heute.“ Dagegen sagten die Priester:
„Wenn du hart arbeitest, wirst du im Himmel reich belohnt werden.“ Schamanen sagen: „Warum warten, das Leben ist hier – in diesem Körper, in diesem Leben“
Ernährungsberater sind heute der Meinung, dass eine auf Kohlenhydrate basierende Ernährung nicht reicht, um uns mit dem zu versorgen, was uns den Zugang zu höheren Funktionen des Gehirns ermöglicht. Meditation allein reiche nicht. Das menschliche  Erbgut habe sich der veränderten Ernährung noch nicht angepasst. Schlimmer noch: Mit dem Ackerbau gingen gesellschaftliche Veränderung ein, die in Kriegen, Gewalt und Unterdrückung mündeten.
Was hat dies noch mit August und Getreide zu tun?
Mit Einzug der sogenannten „Grünen Revolution“  ab Mitte der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde ein neuer Weizen eingeführt, um die Erträge pro Hektar massiv zu steigern. Dieser kleine, aber robuste Zwergweizen mit größeren Ähren, hält Wind und Regen besser Stand. Durch den kürzeren Halm bekommt das Korn am Halm weniger Sonnenlicht als traditionelle Weizensorten ab. Das Resultat: Heutiger Weizen bildet rund 20 mal soviel Gluten (Klebeeiweiß) aus als zuvor. Dieser kann im Darm (und im gesamten) Körper zu chronischen Infektionskrankheiten führen. Meine Großmutter mahnte bereits vor 30 Jahren: Das Brot werde nicht mehr ausreichend durchgebacken. Zusammen mit dieser Abnahme der Backkultur durch Automation hat dies meiner Meinung nach zu der Überhandnahme von Menschen geführt die Gluten nicht vertragen und es vermeiden.

Leben mit Bakterien: Du bist, was du isst

Bakterien (Mikroben) machen einen hohen Prozentsatz der Zellen aus, die im menschlichen Gesamtorganismus leben. Wir geben ihnen Nahrung und Unterkunft und sie steuern dafür eine große Reihe Körperfunktionen für uns. Die Mikroben nutzen uns, sie siedeln vor allem im Darm und brechen und verdauen unsere Nahrung auf. Die ursprüngliche Abmachung zwischen uns und den Bakterien ist jedoch aus dem Gleichgewicht geraten. Wir sind uns der Bakterien nicht einmal bewusst, die soviel Arbeit für uns leisten.
Der Darm an sich ist eine Zellstärke dick, darüber liegen aber hunderte Schichten von Bakterien. Wenn das System gestört ist bilden sich „Löcher“ im Darm – Bakterien und Essensreste fallen durch. Daraufhin wird die Körperpolizei, unser Immunsystem, aktiviert und Entzündungen sind Folge dieses inneren Abwehrkampfes.
Letztendlich essen wir alle Sonnenlicht – über den Umweg der Pflanzen und Tiere.
Alle Getreide beinhalten Kohlenhydrate und somit Zucker. Eine Reihe von Ernährungsratgebern beschäftigt sich heute mit der Frage der Kohlenhydrate. Allgemeine Zustimmung findet der Rat, die Menge  der Kohlenhydrate auf dem Speisetzettel. Von unserem Genpol her sind wir noch in der Steinzeit zu Hause. Gemüse, Salate, Nüsse, und gute Öle werden vielfach empfohlen. Eine Darmsanierung sollte jeder, der den spirituellen Weg geht, einmal machen (vor allem nach der Einnahme von Antibiotika). Dabei wird eine neue Darmflora aufgebaut, die weniger nach Zucker ruft.
Über allen Ernährungsregeln stehen für mich zwei Regeln. 1. Jeder Mensch ist anders und 2. Jeder sollte essen, was ihm (und seinen Bakterien) bekommt.

Artemis, Demeter und Gers(te)

Seit der Steinzeit wurden hauptsächlich Göttinnen verehrt. Später, in geschichtlicher Zeit, wurden Göttinnen scheinbar entmachtet. Die Göttinnen für Ackerbau und Fruchtbarkeit haben jedoch ihre Positionen behalten: Demeter bei den Griechen und Ceres bei den Römern, nach ihr wurden die Müsli-Zutaten auch Cerealien genannt. Eine weniger bekannte Wasser- und Getreidegöttin der Germanen hieß ursprünglich im Wortstamm „Gers“, der sich noch in Fluß- und Ortsnamen wiederfindet.
Zu den gängigen Getreidesorten zählten auf den Feldern in meiner Heimatgemeinde Roggen (fürs Brot), Gerste (fürs Bier) und Hafer (für die Pferde).  Noch vor meiner Zeit htte der sandige Heideboden den Buchweizen hervorgebracht – anders als der Name vermuten lässt: Buchweizen ist kein Getreide und glutenfrei.

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