Von der Geburt des Lichtkindes zur Winter-Sonnenwende an, drehen sich alle Jahresfeste wie Ostern und Pfingsten mehr oder weniger um die Rückkehr der Sonne – und um das Wachstum der Pflanzen, der Tiere – und auch der Menschen.
Es ist die Hohe Zeit des Jahres, in der die Menschen früher buchstäblich Hochzeit gefeiert haben. Betrachten wir den Jahreslauf des Tierkreises als Spiegelbild unserer Entwicklung vom Baby zum Greis, dann sind wir im Zeichen des Widder (März/April) zur Welt gekommen und in der Pubertät im Stier (April/Mai) haben wir einen richtigen Wachstumsschub hingelegt. Als Teenager haben wir im Zwilling (Mai/Juni) erkannt, dass es zwei von und gibt: Mann und Frau. Mit der Sonnenwende treten wir in das Sternzeichen Krebs ein. Die Tage werden wieder kürzer, die Sonne läuft scheinbar rückläufig – wie ein Krebs. Die Qualität ist nun die, dass sich die Geschlechter suchen und finden. Um ein neues Menschenkind in die Welt zu setzen, braucht es Frau und Mann. Das Element des Krebses ist das Wasser, Sinnbild der geistigen Entwicklung.
Wir sind die Kinder unserer Eltern. Vater und Mutter sind Ausdruck der kosmischen Polarität und keine Gegensätze. Licht und Dunkelheit ergänzen sich, Himmel und Erde feiern im Sommer Hochzeit. Diese Verbindung symbolisierte früher der (Sonnen)-Hirsch. Die Cherusker, die früher zwischen Harz und Weser lebten, waren auch als Hirschleute bekannt. Dies war eine alte Stammeskultur, deren Nachfahren wir sind.
Der Süden steht für den Sommer. Es ist die Zeit des Wachsens und auch die Zeit des Abstreifens der alten Haut, die uns nicht mehr länger passt. Alles wächst, die Natur platzt buchstäblich aus allen Nähten. Wir  schaffen Platz für den neuen Anzug, das neue Sommerkleid. Wir verstecken nicht länger unsere dunklen Seiten, sondern nehmen die Schatten an, sehen und ehren sogar die Geschenke darin. Das Neue entsteht also aus der Vereinigung zweier sich ergänzender Kräfte, Yin und Yang,  Yoni und Lingam, Frau und Mann.
Es ist Zeit, etwas Neues zu zeugen und ins Leben zu bringen. Was ist dein Herzenswunsch? Wofür brennst du? Ein neuer Traum ist möglich, ein Traum des Lichts und der Sonne. – Nimm dir einen Moment und überlege:
Was möchtest du in die Welt bringen?Geh heute noch hinaus und verankere deinen Traum in einem Stein, einer Blüte – einer Zeremonie für Mutter Erde.

Kommen wir zurück zur Sommer-Sonnenwende: Mutter und Vater haben ein Baby gezeugt. Und 9 Monate später bist du, ein kleines Erdenkind – die größte Schöpfung auf Erden. Wir wachsen als Prinz oder Prinzessin auf, bereit einmal selbst die Krone des Königs und der Königin zu tragen.
Doch die Realität sieht oft anders aus. Viel zu schnell haben wir das Wilde in uns besiegt und folgen den Zwängen der Gesellschaft. Wir gründen Familien und sind selbst noch Kinder im Geiste. Dies mag einige Jahre gut gehen, doch irgendwann kommt es zum Crash. Wir suchen unser Glück in anderen Beziehungen, flüchten uns in Arbeit oder billiger Unterhaltung. Etwas stirbt in uns. Die Dinge fliegen uns buchstäblich um die Ohren und wir ziehen uns zurück, werden zu Eigenbrödlern.
Der einsame Wolf birgt Chancen und Risiken. Es ist eher die Regel, dass wir einmal im Leben aus der Bahn geworfen werden und uns nun wirklich fragen: Wieso bin ich hier, was ist meine Aufgabe? „Die Wunde ist der Ort, durch den die Sonne eindringt“ schrieb einst der Dichter Rumi. Wir haben immer die Gelegenheit, was wir wählen: Leiden oder Leben.
Seit der Steinzeit wurden hauptsächlich Göttinnen als Abbild der Großen Mutter verehrt. Mit Einzug des Patriacharts (und noch vor dem Christentum) wurden die Göttinnen entmachtet. Die selbstbewussten Frauen- und Muttergottheiten wurden zu Ehefrauen – zu Gattinnen von Zeus und Odin.
Der Urmutter Hera in Griechenland standen einst die Heroen  zur Seite– die Helden (Heroes). Auch sie verloren ihre Position, wer weiter den Göttinnen diente, war ein Abweichler: ein Häretiker.
Die Entwicklung des Göttlichen ist immer auch ein Spiegelbild von uns. Aus dem ursprünglich fast zwitterhaften nordischen Schöpfer-Gott Ziu (Thiu, Tyr) wurde ein Kriegsgott. Er ist der Schöpfergott Kon Tixi Wiracocha der Anden.
Die Anbindung an die Mutter-Erde ging schon lange verloren. Hinter uns liegen Tausende von Jahren mit Wettbewerb, Gewalt, Krieg und Männerdominanz. Wir sind Kinder der Sonne – sie steht für die Kraft, die in allem steckt. Es ist der göttliche Funke, der den Samen in der Erde zum Sprießen bringt. Doch anstatt der Mutter Erde als gebende Kraft zu dienen, haben wir uns die Erde Untertan gemacht.
Die falsch verstandene  Männlichkeit bedroht uns mittlerweile mit der Auslöschung. Dies ist nicht nur sinnbildlich zu verstehen angesichts der sich aufheizenden Erde und der aufkochenden Emotionen weltweit.
Viele  Menschen haben den Kontakt zur Erde verloren. Wie soll der grüne Mann, die wilde  Frau zu uns zurückkehren? Wir müssen dazu andere Formen des Jägers entwickeln. Andere Wege, um in uns die vorhandenen Instinkte zu würdigen. Wege, die nicht auf das Töten angewiesen sind.
Das Maskuline (im nann und ind er Frau) muss sich sicher fühlen, sonst wird es gewalttätig. Das hängt mit unserem Gehirn und dort mit dem limbischen System zusammen. Was Sicherheit schafft, sind Rituale. Sie beruhigen das zentrale Nervensystem und den Kampf- und Fluchtreflex.
Ich praktiziere täglich Atemübungen, die mir ebenfalls helfen den Level an Adrenalin und Cortisol  herunterzufahren.

Eine neue Zeit bricht heran: Wir erleben die Wiedergeburt des Femininen –  eine Zeit der Zyklen, der Gemeinschaften – und frei von ungesundem Wettbewerb. Männer und  Frauen arbeiten gemeinsam und harmonisch an unserer Zukunft: Das ist meine Vision. Unsere moderne Technologie, ergänzt um das  intuitive Wissen der Alten, kann uns den Weg aus der Krise weisen. Lasst uns die Chancen erkennen.
Um einen neuen Menschen zu zeugen, braucht es Frau und Mann. Isis und Osiris – Pachamama und Wiracocha sind zwei Beispiele dieses universellen Prinzips.
Das Feminine entspricht den negativen Elektronen, die um den maskulinen Atomkern kreisen. Sie sind die, die Neues erschaffen – wenn wir Männer den Raum dafür halten. Alles kommt von Pachamama, alles geht zu Pachamama. Sie ist die dunkle, fruchtbare Erde, sie ist die Zeit, der Raum, die Unendlichkeit. Pachamama war vor dem Urknall da und sie wird immer da sein.
Wir Männer müssen erkennen, dass wir Diener sind dieser Kraft. Wir erkennen auch, dass wir nicht nur Mann sind, sondern auch Feminines in uns haben.
Der Krieger ist ein Diener – kein Sklave. Der Dienst wird dargeboten. Der Krieger gibt, und das tut er großzügig.

Der Atem ist der Schlüssel der Transformation

Ein Ausdruck von Mutter Erde – Pachamama – ist Munay – die bedingungslose Liebe.
Bedingungslos sein, heißt aus dem Herzen zu kommen.  Dies ist die Kraft, die alles heilen kann.  Dies ist die Kraft, die unser Tun und Handeln in Einklang bringt – verbunden mit dem Herzen. Alle Theorie kann keine Praxis ersetzen.

Ich möchte, dass du dich einmal kurz streckst und reckst, Arme, Hände, Schultern, Hüften, Beine Füße – alles einmal durchschütteln.
Setzt dich aufrecht hin. Schließ die Augen und atme tief ein uns aus.
Wir atmen jetzt ein und zählen bis 7, dann halten wir die Luft an, ausatmen bis 7 und wieder anhalten bis 7 – das ganze 4 x. Diese Atemübung hilft dir, die Frequenz deiner Hirnwellen anzuheben.

Und jetzt nimm einmal mit dem nächsten Atemzug die Liebe zu dir in das Herz und beim Ausatmen teilst du die Liebe mit der ganzen Welt.  Und noch einmal.
Gib die Liebe nun über den Atem zum Herz, lass es überfließen zu deinen Knochen, der Haut, den Organen – überall, dort auch, wo es wehtut. Fülle deine Nervenzellen mit Liebe, dein Blut, das Gehirn und die Hormone  – und auch deiner DNA. Gib die Liebe zu deinen Eltern, Ahnen – Kindern. Atme einmal die Liebe in dein Herz und lasse es überfluten, teile dies mit allen, die jetzt mit dir dies hier lesen. Spüre auch, wie du die Liebe der anderen empfängst.

Erinnere dich, wer du bist.
Aktiviere die Kraft deines Lebens.

Wir sind Krieger des Lichts und unsere Aufgabe ist es zu scheinen.

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