Die 12 Raunächte zwischen Weihnachten und den Heiligen Drei Königen (6. Januar) sind ganz besondere Nächte. Sie laden ein zum Innehalten und zur Innenschau. Bei einer Heilzeremonie für einen sehr guten Freund tauchte vor einigen Tagen ein Ritter auf. Mein Freund erkannte diesen für ihn verlorengegangenen Seelenanteil sofort. Schon als Kind fühlte er sich mit diesem Ritter besonders verbunden. Ritter Ivanhoe, der als Buch und Film bis in sein Kinderzimmer vorgedrungen war.
In jedem Mann steckt auch ein Ritter: Nicht unbedingt der Raufbold und Wegelagerer. Es geht um besondere Tugenden der Ritterlichkeit, wie den Schutz der Schwachen und der Suche nach der inneren Wahrheit.
Ich lade dich hier zu einer besonderen Reise ein: Verbinde dich in den kommenden 12 Raunächten bis zum 6. Januar (Heilige Drei Könige) jeweils mit einem Ritter und der dazugehörenden Tugend. Einige werden dir besonders vertraut sein, andere mögen dir auch zeigen, wo du Widerstände hast.

Von Herzen,
Michael

Tugendhafte Raunächte: Erwecke deinen Ritter

Die 12 Raunächte zwischen Weihnachten und den Heiligen Drei Königen (6. Januar) sind ganz besondere Nächte. Sie laden ein zum Innehalten und zur Innenschau. Bei einer Heilzeremonie für einen sehr guten Freund tauchte vor einigen Tagen ein Ritter auf. Mein Freund erkannte diesen für ihn verloren gegangenen Seelenanteil sofort. Schon als Kind fühlte er sich mit diesem Ritter besonders verbunden. Ritter Ivanhoe, der als Buch und Film bis in sein Kinderzimmer vorgedrungen war.
In jedem Mann steckt auch ein Ritter: Nicht unbedingt der Raubritter und Wegelagerer, als den wir ihn uns vorstellen. Es geht um besondere Tugenden der Ritterlichkeit, wie den Schutz der Schwachen und der Suche nach der inneren Wahrheit.
Ich lade dich hier zu einer besonderen Reise ein: Verbinde dich in den kommenden 12 Raunächten bis zum 6. Januar (Heilige Drei Könige) jeweils mit einem Ritter und der dazugehörenden Tugend. Einige werden dir besonders vertraut sein, andere mögen dir auch zeigen, wo du Widerstände hast. Über meine Internetseite www.michael-hemme.de kannst du jeden Tag neue Informationen über die wechselnden Ritter bekommen. Beginnen wollen wir heute mit Ritter Bors, der für mich für Hochgemuth (Seelengröße) steht – mehr siehe unten.
Die Raunächte sind eine besondere Zeit – sie liegen zwischen den Jahren sozusagen. Viele alte Bräuche und Rituale erleben eine Renaissance. Mitunter werden die 12 geweihten Nächte mit den 12 Monaten des folgenden Jahres verbunden. In der Sage sitzt König Artus mit seinen 12 Rittern an der runden Tafel. Beim jüngsten Gericht kam Jesus ein letztes Mal mit seinen 12 Jüngern zusammen. Aus Sicht der Erde durchlaufen wir im Jahr 12 Sternzeichen, die an der Himmelstafel Platz genommen haben.
In der Heiligen Nacht zum 25. Dezember beginnen wir unsere Reise mit Ritter Bors, der für Hochgemuth (Seelengröße) steht. Damit ist nicht die Hochmut gemeint, die bekanntlich vor dem Fall kommt. Hochgemuth beschreibt eine innere Haltung, die jedem Ritter inne wohnen sollte. Es ist die Art wie du dich aufrichtest, die Wirbelsäule ist gerade, die Brust hebt sich, der Kopf ebenfalls. Der Blick erfasst alles und nichts gleichzeitig. Wir laufen oft durch die Welt, als ob wir gar nicht dazugehören. Du solltest aber auch nicht über den Dingen stehen. Mit Hochgemuth begegnen wir allen Situationen auf Augenhöhe. Wahre Seelengröße zeigt sich in unserer Haltung auch gegenüber dem Fremden und vermeintlich Schwachen. Wir wissen, woher wir kommen, was unsere Wurzeln sind. Es ist die gleiche Mutter Erde die jeden von uns geboren hat. Wir trinken das gleiche Wasser und atmen die gleiche Luft.

Übung: Ritter Bors – 1. Raunacht

Beginne den Tag mit Körperübungen und einer kleiner Meditation. Richte dich nach Osten (Sonnenaufgang) aus und spüre deinen Körper – dein Reich in dieser Welt. Spüre die Erde unter deinen Füßen und wie du dich mit ihr verwurzelst. Du kannst dies auch geren barfuß und und noch besser draußen oder zumindesrt bei geöffnetem Fenster. Atme tief und fest ein und richte dabei jedes Mal beim Einatmen deinen Briustkorb auf und bringe die Schulterblätter am Rücken zusammen. Mach dies mindestens 12mal. Der Blick ist dabei nach vorne gerichtet. Suche dir einen festen Punkt, ohne ihn anzustarren. Gleichzeitig nimmst du das ganze Bild wahr. Wiederhole für dich die Worte: Ich bin. Nimm dich und deine Umelt wahr. Über den Tag verteilt, magst du dies immer wiederholen. Darübner hinaus siehe alles mit neuen Augen an, wie ein Kind, voller Neugier. Gehe hinaus in die Natur und bring einen Stein mit, den du finden wirst.

„Wenn der hölzerne Mann zu singen beginnt, erhebt sich die Steinfrau und tanzt“ – Tosan (Zen-Meister)
Der verletzte Krieger ist der verbreitete Archetyp von heute. Die Transformation zum Leuchtenden Krieger ist ein Prozess, in dem wir uns nun befinden und der uns den Rest unseres Lebens begleiten wird. Die vergangenen rund 6000 Jahre waren geprägt von Gewalt und ungesundem Wettbewerb. Gewalt entsteht, wenn sich das Maskuline in uns nicht sicher fühlt. Wir können heute eine Wiedergeburt des Femininen erleben. Dabei möchte ich ausdrücklich nicht von Mann und Frau sprechen, denn auch Männer haben starke feminine und Frauen genau so auch maskuline Anteile.
Auf unserer Reise durch die Raunächte begegnen wir dem Ritterlichen in verschiedenen Gestalten. Seit der Steinzeit wurden hauptsächlich Göttinnen als Abbild der Großen Mutter verehrt. Mit Einzug des Patriarchats (und noch vor dem Christentum) wurden die alten Göttinnen entmachtet. Die selbstbewussten Frauen- und Muttergottheiten wurden degradiert. Die Anbindung an die Mutter-Erde ging verloren. Hinter uns liegen Tausende von Jahren mit Wettbewerb, Gewalt, Krieg und männlicher Dominanz. Anstatt der Mutter Erde als gebärende Kraft zu dienen, haben wir uns die Erde Untertan gemacht. Der auf die Männlichkeit übertragene Heldenstatus bedroht uns mittlerweile mit der Auslöschung. Dies ist nicht nur sinnbildlich zu verstehen angesichts der sich aufheizenden Erde und der aufkochenden Emotionen weltweit.Doch eine neue Zeit bricht heran: eine Zeit der Zyklen, der Gemeinschaften – und frei von ungesundem Wettbewerb. Männer und  Frauen arbeiten gemeinsam und harmonisch an unserer Zukunft: Das ist meine Vision.Viele Menschen haben den Kontakt zur Erde verloren. Wie soll das archetypisch Wilde und Grüne zu uns zurückkehren? Wir müssen dazu sicherlich andere Formen des Mannseins entwickeln. Andere Wege, um in uns die Instinkte des Jägers und Sammlers zu würdigen. Wege, die nicht auf das Töten angewiesen sind. Wie gesagt: Das Maskuline muss sich sicher fühlen, sonst wird es gewalttätig. Was Sicherheit schafft, sind Rituale. Dazu sollen diese Raunächte beitragen.
Rituale bringen das Göttliche ins Leben zurück. Die Jahresfeste erneuern letztlich die archetypischen Kreisläufe. Und der Kalender zeigt uns an, wann sich die kosmischen Kräfte zeigen und wann sie erneuert werden. Oben wie unten – und unten wie oben.
Unsere Mythen sind bildhafter Ausdruck der natürlichen Prozesse. Die ägyptischen Gottheiten stehen Pate für die biblische Geschichte. Am Nil sind nicht die Jahreszeiten wie bei uns maßgeblich für Wachstum und Reife. Vielmehr bestimmen der Nil und seine Hochwasser die Fruchtbarkeit des Landes. Gott Osiris steht für das Wasser und das Leben – sein Bruder Seth für das Trockene (Wüste). Ihr Kampf beschreibt exakt die Lebenswirklichkeit der Menschen in Ägypten, wo der Nil sich wie ein grünes Band durch die Wüste bewegt.Im Mythos wird Osiris von seinem Bruder Seth am 27. November getötet. Vier Wochen (4×7 Tage) lang dauert es bis der neue König geboren wird – das ist der 25. Dezember (Weihnachten). Die Seele des Verstorbenen braucht nach ägyptischem Glauben 40 Tage für den Weg aus dem Körper. 40 Tage nach dem 27. November und wir landen am 6. Januar – Heilige Drei Könige (Epiphanias – Taufe des Herrn).
Die Mutter Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm ist eines der bekanntesten Bilder des katholischen Glaubens. Schließlich feiern wir nach dem vierwöchigen Advent („er kommt“) an Weihnachten die Geburt Jesu. Der kleine Junge, der in einer Hütte in Bethlehem geboren wurde, ist Thema aller Krippenspiele. Vorlage für Maria und das Jesuskind sind Isis und das Horuskind.
Mit den Tempelrittern der Kreuzzüge im Hochmittelalter gelangte das alte hermetische (ägyptische) Wissen nach Europa und vermischte sich dort mit älteren keltischen und germanischen Mythen wie der Legende vom Heiligen Gral. Die Ritterlichkeit fand im Minnegesang eine kurze prosaische Blüte. Und in den Kathedralen einen göttlichen Ausdruck. Es ging den edlen Reitern nicht darum möglichst viele Frauen rumzukriegen. Der Gesang war Ausdruck tief empfundener Mannbarkeit. Den Tugenden der Ritter werden wir in den nächsten 12 Tagen zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar begegnen. Der Held dieser Zeit ist ein Diener des Weiblichen. Das neue Horuskind, der neue König, wird ebenfalls einmal sterben. Das Prinzip der Isis / Maria / Pachamama dagegen ist unsterblich.
Unsere Jahresfeste sind Teil des menschlichen Daseins. Sie machen den Rhythmus des Lebens der Gemeinschaft und des Individuums aus. Erneuerung und Wiedergeburt werden von diesen Riten berührt. Sie bringen das Göttliche ins Leben zurück. Jedes Fest erneuert den archetypischen Kreislauf und ist Teil des Kalenders geworden. Der Kalender dient dazu zu zeigen, wann die kosmischen Kräfte sich manifestieren. Und wann sie erneuert werden.
Die Kalender heute folgen dabei entweder dem Lauf der Sonne oder des Mondes, wie bei den Germanen. Um beide Kalender zusammenzuführen, bedurfte es besonderer Schaltregeln. Auf die heutige Mütternacht (Heilige Nachte, 24. Dezember) folgten die 12 Nächte bis zum Dreizehnttag, der darüber entschied, ob im laufenden Jahr ein Schaltmonat eingesetzt wurde oder nicht. Aus dieser Zeit stammen wohl auch noch die besonderen Regeln für die Raunächte, die besonders das Arbeiten reglementierten. So war zum Beispiel das Wäschewachen in diesen Tagen verboten.
Im Januar melden sich die Lebenskräfte aus der Erde langsam zurück. Wie die Bärin, die in der dunklen Winterhöhle ihre Jungen zur Welt bringt: Ge-bären, wie wir sagen. Das bestimmende Sternbild des Nachthimmels ist der Große Wagen, Teil des Großen Bären. Wie oben, so unten. Der Name des legendären Königs Artus geht ebenfalls auf das keltische Wort für Bär zurück.

An der Tafelrunde sitzen mit Artus zusammen also nicht 12, sondern 13 Ritter wie es auch mit Jesus zusammen 13 beim Abendmal sind. Die 13, die auch für das Feminine, Mondhafte steht, geriet in Misskredit und wurde zur Unglückszahl. Ausgerechnet der treue Ritter Lancelot steht in Verdacht des Ehebruchs mit Königin Guinevere; Lieblings-Jünger Judas soll Jesus verraten haben, was dessen Kreuzigung zur Folge hatte. Im Märchen Dornröschen wird die 13. Fee nicht eingeladen, worauf diese die Prinzessin mit einem Fluch belegt. Als 13. Sternzeichen gilt der Schlangenträger.
Die 12 Raunächte fordern uns auch auf, nach diesem 13. Ritter zu schauen, der schattenhaft sein Unwesen in uns treibt. Ihn ans Licht zu bringen, wird das Geschenk jeden einzelnen Tages sein, den wir bis zum 6. Januar gehen. Dies mag auch unser Sein im neuen Jahr mit 12 Monaten und 13 Voll-Monden sein.

Ich würde mich sehr über Rückmeldungen freuen, auch von den Ritterinnen, den die alten Rollenklischees wollen wir ablegen.

Die 12 Tugenden der Ritterlichkeit
1) Hochgemuth (Seelengröße) – Ritter Bors
2) Würde – Ritter Bedivere
3) Beständigkeit (Festigkeit) – Gaheris
4) Ehre – Ritter Tristan
5) Zucht (feste regeln, Anstand) – Ritter Gareth
6) Maß (Mäßigkeit) – Ritter Geraint
7) Mannhaftigkeit – Ritter Parzifal  
8) Milde (Großzügigkeit) – Ritter Lamorak
9) Treue – Ritter Lancelot
10) Demut – Ritter Kay
11) Güte – Ritter Gawain
12) Höflichkeit (stilvolle Höflichkeit) – Galahad

 

Ritter Bors

In der Artussage kommen zwei Bors vor. König Bors der Ältere und Sir Bors der Jüngere. Sir Bors ist ein enger Verbündeter von König Artus und er gilt als einer der edelsten Ritter, Sinn bild der Seelengröße (Hochgemuth)

Bors rettet eine Jungfrau, anstatt seinen Bruder Lionel zu befreien

Viele Legenden erzählen von seinem tugendhaften Charakter.

  • Bors wird immer als einer der Edelsten der Tafelrunde dargestellt, aber seine wahre Herrlichkeit erlangt er in den Erzählungen von Thomas Malory bei der Gralssuche, wo er sich als würdig genug erweist, um die Gral-Mysterien gemeinsam mit den Rittern Lanzelot, Galahad und Parzival zu bezeugen. Sie bringen den Gral nach Sarras, einer mystischen Insel im Nahen Osten. Je nach Überlieferung soll er der einzige von den drei Gralsfindern gewesen sein, der später nach Camelot zurückkehrt.
  • Einmal nähert sich Bors beispielsweise eine Lady, die schwört Selbstmord zu begehen, wenn er nicht mit ihr schläft. Er weigert sich, sein Gelübde des Zölibats zu brechen und die Dame und ihre Jungfrauen drohen, sich selbst von den Zinnen der Burg zu stürzen. Als sie hinabspringen, geben sie sich als Dämonen zu erkennen, die gekommen sind, um ihn zu betrügen, indem sie an sein Mitgefühl appellieren.[2]
  • Ein anderes Mal muss Bors sich zwischen Rettung seines Bruders Lionel, der mit Dornenruten von einem Raubritter namens Turquine in die eine Richtung gepeitscht wird, und der Befreiung eines jungen Mädchens, das von einem anderen gemeinen Ritter in der entgegengesetzte Richtung entführt wird, entscheiden. Bors entscheidet sich für die hilflose Maid, betet aber inständig für die Verschonung seines Bruders. Lionel entkommt seinen Peinigern und versucht Bors zu töten. Dieser weigert sich jedoch seine Waffe gegen ein Familienmitglied zu erheben. Sir Calogrenant, ein Ritter der Tafelrunde, und ein religiöser Einsiedler versuchen einzuschreiten, aber Lionel tötet sie beide, als sie ihm in die Quere kommen. Bevor er seinen Bruder töten kann, schlägt Gott ihn jedoch mit einer lähmenden Feuersäule in Bann.[3]
  • In Thomas Malorys Le Morte Darthur stimmt Sir Bors zu für Guinevere im Turnier zu kämpfen, als sie beschuldigt wird versucht zu haben einen Ritter zu vergiften. Bors zögert zunächst, da ihr bevorzugter Ritter Sir Lancelot Camelot bereits wegen Guinevere verlassen musste. Doch hat er Mitleid, als Artus sieht, wie Guinevere flehend vor ihm kniet. Er bereitet sich gerade vor das Turnier zu bestreiten, als Lanzelot kommt, um seinen Platz einzunehmen. Wie der Rest seiner Familie geht Bors mit Lancelot ins Exil, als seine Affäre mit Guinevere herauskommt. Er hilft ebenfalls bei der Rettung der Königin vor ihrer Hinrichtung.
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