Der Mensch braucht Mythen. Sie sind bildliche Erklärungsmodelle unseres Seins. Die großen Heldenepen der Geschichte sind Mythen, ebenso die Mythen der heutigen Zeit, zu der sicher auch das Corona-Virus gehört. In allen Mythologien finden sich Widersprüche, doch dies spielt keine Rolle. Die Welt ist widersprüchlich und aus vielen Perspektiven zu erkennen. Aus der  schamanischen Sicht gesehen gibt es kein Richtig oder Falsch, kein Gut und Böse.

Aus der Geschichte ist auch bekannt, dass der Held von heute morgen schon der Teufel sein kann und umgekehrt. Und was ist überhaupt ein Teufel? Eine der frühestens Namen für die große Göttin war Lilith im sogenannten Zweistromland. Sie war die erste Frau Adams, beide waren ebenbürtig aus der Erde heraus geboren worden. Doch Lilith wollte sich Adam nicht unterwerfen, wollte buchstäblich nicht unter ihm liegen. Lilith machte sich aus dem Staub und auch drei Engel, die Gott sandte um sie zurückzuholen, konnten daran nichts ändern. Adams zweite Frau Eva wurde dann aus seiner Rippe geboren und der Rest ist bekannt: Bis heute besteht Gleichberechtigung oft nur auf dem Papier. Lilith wurde dämonisiert und zur Kinderschänderin stilisiert. Heute können wir erkennen: Lilith und Eva sind zwei Seiten einer Medaille: wie Vollmond und Schwarzmond (Neumond). Wir brauchen uns für unsere Lilith-Seite nicht zu schämen, ganz im Gegenteil. Alle die Dinge, die wir im Dunklen verbergen wollen, können als Schatten Wunden in die Seele reißen. Genau betrachtet, ist es doch der Neumond, der die große Kraft hat, Neues zu erschaffen.

In einer griechischen Schöpfungsmythe heißt es, dass Ares, der wilde Krieger, und Aphrodite sich lustvoll vereinigten. Aus dieser Vereinigung ging Harmonia hervor. Krieger und Liebesgöttin kreieren also die Harmonie. Der Schamane ist Krieger und Liebesgöttin in einem. In seinem Kosmos können alle Welten neben- und miteinander existieren: Es gibt kein Gut und kein Böse.  Das Universum ist nicht dualistisch, es ist polar. Die Gegensätze sind nichts weiter als die sich gegenseitig ergänzenden Pole einer Einheit: Die Einheit ist die Harmonie. Dualismus bedeutet Abspaltung und ist ein Ausdruck von Krankheit – Polarität ist die Harmonie.

Beispiele der Abgrenzung liefert das Christentum:  Aus Wotan  wurde der  Teufel und aus Freia die Urhexe gemacht. Ein anderes  Beispiel zeigt Hera die (Erd)-Göttin der Griechen. Sie wird  später zur Ehefrau von Zeus; ihre Gefolgsleute waren die Heroen – die Helden (Hero), aus denen die vom „reinen Glauben“ abweichenden Häretiker wurden.

Viele von uns möchten sich als Kriegerinnen und Krieger des Lichts sehen. der Krieger schützt das Leben, der Soldat zerstört es

der Krieger handelt eigenverantwortlich, der Soldat führt Befehle aus

der Krieger lebt anarchisch in einer partnerschaftlichen Gesellschaft, der Soldat  funktioniert in einer hierarchischen Gesellschaft

In einer griechischen Schöpfungsmythe heißt es, dass Ares, der wilde Krieger und Aphrodite sich lustvoll vereinigten. Aus dieser Vereinigung ging Harmonia hervor. Krieger und Liebesgöttin kreieren also die Harmonie. Der Schamane ist Krieger und Liebesgöttin in einem. In seinem Kosmos können alle Welten  neben- und miteinander existieren: Es gibt kein Gut und kein Böse im schamanischen Kosmos.

Das Universum ist nicht dualistisch, es ist polar. Die Gegensätze sind nichts weiter als die sich gegenseitig ergänzenden  Pole einer Einheit. Die Einheit ist die Harmonie. Dualismus bedeutet Abspaltung und ist ein Ausdruck von Krankheit – Polarität  ist die Harmonie.

Das Christentum hat aus Wotan den Teufel und aus Freia die Urhexe gemacht. Weitere Beispiele sind:

  • Hera die (Erd)-Göttin – wird zur Ehefrau von Zeus; ihre Gefolgsleute waren die Heroen – die Helden (hero)!
  • Luzifer – Lichtbringer – Morgenstern Venus
  • Teufel – Thubal – Sohn Haphets, Enkel Noahs – Biblisches . Urvolk
  • Satan – Saturn – römisch Kronos
  • Hölle – Frau Holle – (Toten)-Göttin  
  • Hexe – Zaunreiterin – Kräuterkundige Heilerin –
  • Freya – Aphrodite – Symbol: Katze = wird zu Hexe mit Buckel und schwarzer Katze
  • Baal – phönizischer Himmelsgott = Baal Zebub wird übersetzt mit „Herr der Fliegen“ und ist vermutlich eine Verballhornung des eigentlichen Namens Baal Zebul (‚erhabener Herr‘), wird im Jüdischen als heidnischer Gott zum Dämonen = Beelzebub
  • Katharer – die Reinen – abweichender Glauben= Ketzer   

Im Ägyptischen Schöpfungsmythos wird Seth als der Zerstörer dargestellt, der jedoch keine eigene Schöpferkraft besitzt. Er ist unfruchtbar. Das zeigt, dass das Zerstörerische oder gar ‚Böse‘ nicht als ebenbürtiger Gegenspieler zur Universell-Göttlichen Quelle existiert, sondern nur ein Schatten ist. Seth ist der Schatten, der uns immer wieder begegnet, aber nicht um uns zu zerstören, sondern um uns ‚die Schatten‘ zu zeigen, an denen wir lernen können.

Das Wiegen des Herzens vorm Totengericht

Im Oktober 2019 hatte ich die Gelegenheit die Pyramiden in Ägypten zu sehen und sogar eine Nacht in der Großen Pyramide (Cheops-Pyramide) zu verbringen. Darüber werde in in einem der nächsten Newsletter ausführlich berichten. Hier nur soviel: Die Pyramiden waren und sind Zeitkapseln, Einweihungsstätten und vieles mehr. Nur eines waren sie aus meiner Sicht nicht: Grabstätten für Pharaonen. Und dennoch: Die Ägypter haben sich sehr mit dem Leben nach dem Tod beschäftigt. Demnach kam die Seele vor das Totengericht. In der Halle des Gerichts saßen 42 Totenrichter. Vor ihnen musste sich der Tote rechtfertigen. Nun wurde das Herz des Toten auf die Waagschale gelegt und gegen die Feder der Göttin Maat aufgewogen, die für das ordnende Prinzip stand. Während das Herz gewogen wurde, sprach der Tote das „negative Bekenntnis“. Dabei ging es darum, dass der Tote bestimmte Verfehlungen aufzählte, die er nicht begangen hatte, z.B. keine Lügen verbreitete, niemanden das Brot wegnahm (Diebstahl), niemanden tötete, usw.
Unterhalb der Waagschale, worin sich das Herz befand, kauerte die Verschlingerin (Totenfresser). Es handelte sich um ein schreckliches Wesen. Es hatte den Kopf eines Krokodils, das Hinterteil eines Nilpferdes und den Rumpf eines Löwen.
Wog das Herz des Toten schwerer als die Feder der Maat, so fraß es die Verschlingerin und der Tote starb einen zweiten, endgültigen Tod. War das Herz jedoch leichter als die Feder der Maat bzw. genau so leicht, durfte der Tote weiter leben.

Übung: Ruf in der Morgenmeditation die Göttin Maat an und wiege dein Her gegen ihre Feder. Spüre, was dein Herz schwer macht. Wem kannst du vergeben? Wer hat dir nicht vergeben?
Ein einfaches und wirksames Ritual ist das Ho’oponopono. Dieses alte hawaiansiche Vergebungsritual mit vier Sätzen:
– Es tut mir leid
– Bitte vergib mir
– Ich danke dir
– Ich liebe dich

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